Die Kfz-Zulassung ist in Deutschland streng geregelt. Wer ein Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen lassen möchte, muss es bei der zuständigen Zulassungsstelle anmelden. Dabei gibt es mehrere Verfahren – von der klassischen Vorsprache bis zur Online-Zulassung.
Dieser Leitfaden erklärt die Kfz-Zulassung vollständig: Anmeldung, Ummeldung, Abmeldung, Saison- und Kurzzeitkennzeichen sowie die Online-Zulassung – inklusive Checklisten, Kosten und typischen Fallstricken.
Wann ist eine Zulassung erforderlich?
- Kauf eines neuen oder gebrauchten Fahrzeugs.
- Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk.
- Halterwechsel – etwa bei Verkauf.
- Wiederzulassung nach längerer Stilllegung.
- Ausfuhr ins Ausland – meist mit Ausfuhrkennzeichen.
Voraussetzungen für die Anmeldung
Für eine reguläre Anmeldung müssen alle Unterlagen vollständig vorliegen. Fehlende Dokumente verzögern den Prozess oft um Tage oder Wochen.
- Personalausweis oder Reisepass des zukünftigen Halters.
- Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer).
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) im Original.
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) im Original.
- Gültige HU-Bescheinigung (nicht älter als 1 Monat ab Anmeldung).
- Bei Neuwagen: COC-Papiere (Übereinstimmungsbescheinigung) oder Datenbestätigung.
- Bei Firmenfahrzeugen: Handelsregisterauszug oder Gewerbenachweis.
- SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer.
Ablauf der Anmeldung
Schritt 1: eVB-Nummer besorgen
Bevor Sie zur Zulassungsstelle gehen, benötigen Sie eine eVB-Nummer Ihrer Kfz-Versicherung. Diese erhalten Sie nach Abschluss eines Versicherungsvertrags – oft per E-Mail oder telefonisch.
Schritt 2: Kennzeichen prägen lassen
Die Kennzeichen können Sie bei einem lokalen Schildermacher prägen lassen. Wunschkennzeichen können online reserviert werden. Kosten: 15 bis 40 Euro für beide Kennzeichen.
Schritt 3: Termin bei der Zulassungsstelle
Termine können meist online gebucht werden. Erscheinen Sie pünktlich mit allen Unterlagen und den neuen Kennzeichen. Bearbeitungszeit vor Ort: 15 bis 30 Minuten.
Schritt 4: Zulassungsbescheinigung erhalten
Sie erhalten die aktualisierte Zulassungsbescheinigung Teil I mit Ihrem Namen als Halter. Der Fahrzeugbrief wird an die finanzierende Bank gesendet, falls eine Finanzierung läuft – oder Ihnen ausgehändigt.
Kosten der Kfz-Zulassung
- Anmeldung bei der Zulassungsstelle: 25 bis 40 Euro.
- Wunschkennzeichen-Reservierung: 10 bis 30 Euro.
- Kennzeichenprägung: 15 bis 40 Euro.
- Online-Anmeldung: ähnlich, plus Versandkosten für Dokumente.
- Ummeldung innerhalb desselben Bezirks: meist kostenlos.
- Ummeldung mit Bezirkswechsel: wie Anmeldung.
Online-Zulassung über i-Kfz
Seit 2019 bietet die i-Kfz-Plattform die Online-Zulassung an. Voraussetzungen sind ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion, die AusweisApp des Bundes und ein Konto bei der Portalanwendung Ihres Bundeslandes.
- Personalausweis mit Online-Funktion.
- AusweisApp installiert und eingerichtet.
- eVB-Nummer der Kfz-Versicherung.
- Fahrzeugpapiere mit Sicherheitscode.
- Kennzeichen bereits geprägt.
- Bezahlung per Kreditkarte oder Lastschrift.
Ummeldung beim Halterwechsel
Beim Verkauf eines Fahrzeugs muss der Käufer das Fahrzeug auf sich ummelden. Der Verkäufer sollte die Übergabe dokumentieren und bei der Zulassungsstelle den Halterwechsel bestätigen lassen.
- Verkäufer und Käufer gehen gemeinsam zur Zulassungsstelle – oder Käufer allein mit Vollmacht.
- Fahrzeugpapiere müssen im Original vorliegen.
- Käufer benötigt eVB-Nummer.
- Neue Kennzeichen werden zugeteilt oder alte übernommen.
- Kfz-Steuer wird tagesgenau abgerechnet.
Sonderfall: Saisonkennzeichen
Saisonkennzeichen gelten für einen festgelegten Zeitraum von mindestens zwei und maximal elf Monaten. Sie sind besonders bei Motorrädern, Cabrios und Wohnmobilen verbreitet.
- Fahrzeug ist nur im gewählten Zeitraum zugelassen.
- Außerhalb des Zeitraums: keine Kfz-Steuer, keine Versicherungspflicht.
- Teilweise Stilllegung erspart Saisonkennzeichen-Wechsel.
- Kosten ähnlich wie reguläre Zulassung.
Sonderfall: Kurzzeitkennzeichen
Kurzzeitkennzeichen sind für maximal fünf Tage gültig und dienen Probefahrten, Überführungen oder Fahrten zur Werkstatt. Sie haben gelbe Streifen und sind nicht personengebunden.
- Gültigkeit: maximal 5 Tage.
- Voraussetzung: gültige HU und eVB-Nummer.
- Kosten: ca. 20 Euro plus Versicherung (ca. 30 bis 100 Euro).
- Kennzeichen können nach Ablauf nicht verlängert werden.
- Nicht für den regulären Fahrbetrieb.
Wiederzulassung nach Stilllegung
Nach einer Stilllegung kann ein Fahrzeug wieder zugelassen werden – allerdings mit Auflagen.
- HU muss gültig sein. Ist die HU abgelaufen, ist eine neue Hauptuntersuchung erforderlich.
- Wurde das Fahrzeug länger als 18 Monate nicht bewegt, ist eine erweiterte HU-Prüfung erforderlich.
- Versicherung muss neu abgeschlossen werden.
- Neue Kennzeichen werden zugeteilt.
Häufige Fehler bei der Kfz-Zulassung
- eVB-Nummer fehlt oder ist abgelaufen.
- HU-Bescheinigung abgelaufen – Zulassung wird abgelehnt.
- Fahrzeugbrief liegt bei Bank – Halterwechsel nicht möglich.
- Adresse im Personalausweis stimmt nicht mit der Zulassungsadresse überein.
- SEPA-Lastschriftmandat für Kfz-Steuer nicht ausgefüllt.
- Kennzeichen falsch geprägt.
- Bei Online-Zulassung: AusweisApp nicht eingerichtet.
Fazit
Die Kfz-Zulassung ist mit vollständigen Unterlagen einfach. Wer regelmäßig ein Auto an- oder ummeldet, kann auf Online-Verfahren zurückgreifen und spart sich den Weg zur Zulassungsstelle.
Achten Sie auf gültige HU, eine korrekte eVB-Nummer und vollständige Fahrzeugpapiere. Bei Unsicherheiten hilft die örtliche Zulassungsstelle oder ein Zulassungsdienst weiter.
